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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Do Okt 01, 2026 10:02 am Titel: |
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Johann Gaudenz von Salis-Seewis:
Herbstlied
Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.
Wie die volle Traube
Aus dem Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen
Rot und weiß bemalt.
Sieh! Wie hier die Dirne
Emsig Pflaum und Birne
In ihr Körbchen legt,
Dort mit leichten Schritten
Jene goldnen Quitten
In den Landhof trägt!
Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
Zwischen hohen Reben
Auf dem Hut von Stroh.
Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im Mondenglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Deutschen Ringeltanz
Johann Gaudenz von Salis-Seewis
(1762 - 1834) |
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dersenior entdeckend
Anmeldedatum: 20.07.2017 Beiträge: 847
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Verfasst am: Mo Okt 05, 2026 1:22 am Titel: |
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Der Sommer winkt ein letztes Mal,
der Herbst legt Gold auf Berg und Tal.
Die Blätter tanzen leicht im Wind,
weil nun die bunten Tage sind. |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Mi Okt 07, 2026 9:02 am Titel: |
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Theodor Storm: Oktoberlied
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.
Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen! |
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dersenior entdeckend
Anmeldedatum: 20.07.2017 Beiträge: 847
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Verfasst am: Do Okt 08, 2026 2:16 am Titel: |
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Der Herbst soll seine Nebel weben,
wir haben trotzdem Lust aufs Leben.
Ein Freund, ein Wort, ein heller Blick –
auch graue Tage bergen Glück.
Der Frühling wird die Welt erneuern;
doch braucht es ihn nicht, um zu feiern.
Was hilft uns all sein Blütenschein,
verschieben wir das Glücklichsein? |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Do Okt 08, 2026 11:06 pm Titel: |
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Herbst
Im Herbst muss man Kastanien aufheben,
die braun aus stachliger Schale streben,
man sammelt und sammelt um die Wette
und fädelt sie zu einer endlosen Kette.
Im Herbst muss man Haselnüsse essen,
das darf man auf keinen Fall vergessen,
man muss sich beeilen, denn das Eichhorn mag sie auch
und plündert mit Windeseile den Strauch.
Im Herbst muss man Äpfel und Birnen schmausen,
doch nicht aus Nachbars Garten mausen,
man muss sich mit eigenen Früchten befassen
oder sich nicht erwischen lassen.
Im Herbst muss der bunte Drachen steigen,
man muss ihm den Weg in den Himmel zeigen,
dann schwebt er hoch über Nachbars Dach
und man reckt den Hals und schaut ihm nach.
Ilse Kleberger |
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dersenior entdeckend
Anmeldedatum: 20.07.2017 Beiträge: 847
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Verfasst am: Fr Okt 09, 2026 2:18 am Titel: |
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Der Herbst verlangt ja allerlei,
ich bin bei fast allem dabei.
Nur Drachensteigen lass ich sein,
da fällt mir gleich der Rücken ein.
Beim Nachbarn hängt noch eine Birne,
die lockt mich sehr – trotz grauer Stimme,
Er ruft: „Die darfst du gerne pflücken!“
So geht das Klauen ohne Bücken. |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Fr Okt 09, 2026 10:06 am Titel: |
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Manchmal ist der Wurm drin...
Heute wollt‘ ich duschen, es kam kein Wasser.
dafür wurde ich dann draußen umso nasser.
Es regnet jedoch nur in dem Moment,
wenn man zur Bahn über die Straße rennt.
Danach ist ganz zu meinem Verdruss,
mit dem hier so nötigen Regen Schluss.
Manchmal geht es mit dem Teufel zu,
dann hat man jede Menge Pech im Nu.
Die Bahn fährt einem vor der Nase weg,
ein Auto spritzt aus einer Pfütze Dreck.
Nass wie ein Pudel, die Frisur im Eimer,
Hosenboden nass, hoffentlich sieht das keiner ...
Wie ein alter Streuner sieht man aus,
am liebsten wäre man wieder Zuhaus!
Das Portemonnaie fällt offen aus der Tasche
und es klimpert heraus meine ganze Asche.
Eine große Laufmasche ziert meine Beine,
Taschentuch hängt noch gewaschen an der Leine.
Natürlich muss gerade jetzt die Nase laufen
und ich muss dringend Taschentücher kaufen.
Zum Kaufhaus schaffe ich es nicht mehr,
ein Fahrzeug muss unbedingt jetzt her,
denn es meldet sich meine volle Blase,
ich hab die Schnauze voll und auch die Nase.
Der Taxiruf ist leider auch nicht möglich,
denn nun versagt der Handy-Akku kläglich.
Jetzt ist auch noch mein Termin geplatzt,
endgültig ist nun der ganze Tag verpatzt.
Ach wäre ich doch heute nur im Bett geblieben
und hätte viel lieber ein Gedicht geschrieben ...
© M.H./Roswida Engels |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Do Okt 15, 2026 2:21 pm Titel: |
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Die Heimat
Zu den einfachen Bedürfnissen,
auf die man sich sonst nie besinnt,
weil sie nie zum Hunger werden,
gehört auch die Heimat.
Damit meine ich nicht das Vaterland -
das gehört schon zu den höheren,
geistigeren Gaben und Bedürfnissen.
Ich meine die Bilder, die jeder von
uns als sein bestes Erinnerungsgut
aus der Kindheit bewahrt hat.
Sie sind nicht darum so schön, weil
die Heimat unbedingt schöner wäre
als die andre Welt; sie ist bloß
darum so schön, weil wir sie zuerst,
mit der ersten Dankbarkeit und Frische
unserer jungen Kinderaugen gesehen
haben.
Das ist keine Sentimentalität. Das
Sicherste, was wir haben, wenn wir nicht
die höchsten Stufen im Geistigen erreicht
haben, das ist die Heimat.
Man kann verschiedenes darunter verstehen.
Die Heimat kann eine Landschaft sein, oder
ein Garten, oder eine Werkstatt, oder auch
ein Glockenklang, oder ein Geruch.
Das, worum es sich handelt, ist die Erinnerung
an die Zeit des Heranwachsens, an die ersten,
stärksten, heiligsten Eindrücke unseres Lebens.
Dazu gehört die Mundart der Heimat. Mir, der ich
in der Fremde lebe, ist bei jedem Heimkommen
der erste schwäbische Bahnschaffner ein wahrer
Paradiesvogel!...
Es ist ans Innerste gerührt, an den kleinen sicheren
Schatz, den wir aus den Jahren der frühesten Jugend
haben. Da liegen Bilder und Eindrücke durcheinander,
man schätzt sie oft wenig, aber alles zusammen ist
eine satte Lösung, an die man nicht rühren kann,
ohne daß es Kristalle gibt.
* * * * * * *
- Hermann Hesse |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Fr Okt 16, 2026 1:34 pm Titel: |
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Joachim Ringelnatz
Ein Nagel saß in einem Stück Holz
Ein Nagel saß in einem Stück Holz
Der war auf seine Gattin sehr stolz.
Die trug eine goldene Haube,
und war eine Messingschraube.
Sie war etwas locker und etwas verschraubt,
sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.
Sie liebte ein Häkchen
und traf sich mit ihm.
In einem Astloch, sie wurden intim.
Kurz, eines Tages entfernte sie sich,
und ließ den armen Nagel im Stich.
Der arme Nagel bog sich vor Schmerz,
Noch niemals hatte sein eisernes Herz
so bittere Leiden gekostet.
Bald war er beinahe verrostet.
Da aber kehrte sein früheres Glück,
Die alte Schraube wieder zurück.
Sie glänzte über das ganze Gesicht,
ja, alte Liebe rostet nicht.
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Sa Okt 17, 2026 8:44 am Titel: |
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ES REGNET
Es regnet Blümchen auf die Felder,
es regnet Frösche in den Bach.
Es regnet Pilze in die Wälder,
es regnet alle Beeren wach!
Der Regen singt vor deiner Türe,
komm an das Fenster rasch und sieh:
Der Himmel schüttet Perlenschnüre
aus seinem wolkigen Etui.
Vom Regen duften selbst die Föhren
nach Flieder und nach Ananas.
Und wer fein zuhört, kann das Gras
im Garten leise wachsen hören.
* * * * * * *
Mascha Kaléko |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: So Okt 18, 2026 4:55 am Titel: |
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Albert Einstein
„Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind, das Universum und die menschliche Dummheit – wobei ich mir beim Universum nicht so sicher bin.“ |
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piwili1 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 02.05.2017 Beiträge: 4004
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Verfasst am: So Okt 18, 2026 2:06 pm Titel: |
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wenn dich dumme Menschen wütend machen,
freu dich.....
deine Wut wird vergehen,
ihre Dummheit bleibt.
unbekannt Netzfund |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: Mo Okt 19, 2026 7:15 am Titel: |
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Max Vödisch
Alkohol – ein falscher Freund
Ein Gedicht von Max Vödisch
Für dich beginnt die Welt zu stinken,
du greifst erneut zum Glas, zum Trinken.
Zu schüchtern, um dich selbst zu zeigen,
soll Whiskey deine Einsamkeit verschweigen.
Du sagst, er tröste dich bei Nacht,
doch hast du je daran gedacht?
Er wärmt dich nur für kurze Zeit,
zurück bleibt nichts – nur Bitterkeit.
Du wirst zum Schatten deiner Kraft,
dein Geist verliert, was früher schafft.
Die Kreativität versiegt,
weil Alkohol dein Denken biegt.
Du sagst: „Ich weiß, das ist nicht gut“,
doch fehlt dir oft der neue Mut.
Der Wille, klar zu leben, schwindet,
weil dich der Rausch in Ketten bindet.
Es muss nicht Whiskey, muss nicht Wein –
du kannst auch stark und nüchtern sein.
Denn jeder Schluck, so süß, so sacht,
hat schon so viele Seelen umgebracht.
Drum hör auf, dich selbst zu belügen,
lass dich vom Leben nicht betrügen.
Greif nicht zur Flasche – greif nach Licht,
denn wahres Glück gibt Alkohol dir nicht. |
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Tequila_11 Nicht mehr wegzudenken
Anmeldedatum: 11.04.2017 Beiträge: 5858
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Verfasst am: So Okt 25, 2026 8:17 am Titel: |
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Die Zeit steht still.
Wir sind es, die vergehen.
Und doch, wenn wir im Zug vorüberwehen,
scheint Haus und Feld und Herden, die da grasen,
wie ein Phantom an uns vorbeizurasen.
Da winkt uns wer und schwindet wie im Traum,
mit Haus und Feld, Laternenpfahl und Baum.
So weht wohl auch die Landschaft unsres Lebens
an uns vorbei zu einem andern Stern
und ist im Nahekommen uns schon fern.
Sie anzuhalten suchen wir vergebens
Mascha Kaliko |
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