Sex im Alter: Diese Faktoren beeinträchtigen die Libido

Sexualität bleibt ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens – auch im fortgeschrittenen Alter. Dennoch ist die sexuelle Gesundheit älterer Menschen ein Thema, das oft übersehen oder tabuisiert wird. Mit dem Älterwerden kommen eine Vielzahl von physischen und psychologischen Veränderungen, die die Libido und sexuelle Aktivität beeinträchtigen können.

Von hormonellen Umstellungen über Nebenwirkungen von Medikamenten bis hin zu spezifischen Gesundheitsproblemen wie Scheidentrockenheit und Erektionsstörungen. Doch welche Besonderheiten genau müssen Menschen in hohem Alter entgegentreten, wenn es um ihre Sexualität geht?

Sexualstörungen im Alter durch Medikamente 

Viele ältere Menschen berichten von einer verminderten Libido oder Schwierigkeiten bei der sexuellen Aktivität. Die Ursachen dafür sind oft komplex und multifaktoriell. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, der die Libido im Alter beeinträchtigen kann, ist die Einnahme von Medikamenten. Viele ältere Menschen sind auf verschiedene Arzneimittel angewiesen, um chronische Erkrankungen zu behandeln.


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So ist es nicht verwunderlich, dass sie oft jahrelang ohne Sex wegen Medikamenten leben. Besonders häufige Übeltäter sind Antidepressiva, Blutdrucksenker und Medikamente gegen Prostatabeschwerden. Diese Medikamente können die Nervenfunktionen beeinträchtigen, die Durchblutung verringern oder die Hormonproduktion stören.

In vielen Fällen ist es jedoch möglich, in Absprache mit dem Arzt alternative Medikamente oder Behandlungsmethoden zu finden, die weniger negative Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit haben.

Weitere Besonderheiten im Alter

Hormonumstellung nach dem Wechsel

Ein besonders bedeutender Faktor für die Libido im Alter ist die Hormonumstellung nach der Menopause bei Frauen und die sogenannte Andropause bei Männern. Bei Frauen sinkt nach der Menopause der Östrogenspiegel, was zu vaginaler Trockenheit und oft auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen kann.

Bei Männern nimmt der Testosteronspiegel im Alter ab, was zu einer verringerten sexuellen Lust und Erektionsproblemen führen kann. Diese hormonellen Veränderungen können das sexuelle Verlangen erheblich beeinträchtigen.

Scheidentrockenheit bei Frauen

Scheidentrockenheit ist ein häufiges Problem bei älteren Frauen – insbesondere nach der Menopause. Der Rückgang des Östrogenspiegels führt zu einer dünneren und weniger elastischen Vaginalschleimhaut, was zu Trockenheit und Reizungen führen kann. Diese Veränderungen können den Geschlechtsverkehr schmerzhaft machen und die Lust auf sexuelle Aktivitäten verringern.

Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, die Symptome zu lindern. Lokale Östrogenpräparate, Feuchtigkeitscremes und Gleitmittel können die Scheidentrockenheit reduzieren und den Komfort beim Geschlechtsverkehr erhöhen. Wichtig ist, dass betroffene Frauen offen mit ihrem Arzt über ihre Beschwerden sprechen, um eine geeignete Therapie zu finden.

Erektionsstörungen bei Männern

Erektionsstörungen sind ein weiteres häufiges Problem im Alter. Viele ältere Männer haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, was oft mit einem Rückgang des Testosteronspiegels verbunden ist. Auch Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten sowie bestimmte Medikamente können Erektionsprobleme verursachen.

Die Behandlung von Erektionsstörungen kann verschiedene Ansätze umfassen, darunter medikamentöse Therapien wie PDE-5-Hemmer (z.B. Viagra), hormonelle Behandlungen oder mechanische Hilfsmittel wie Vakuumpumpen. Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und Stressreduktion kann ebenfalls dazu beitragen, die erektile Funktion zu verbessern. Männer sollten sich nicht scheuen, ärztlichen Rat einzuholen, um die für sie passende Behandlung zu finden und ihre sexuelle Gesundheit zu verbessern.

Harninkontinenz

Harninkontinenz, oder der ungewollte Verlust von Urin, ist ein weit verbreitetes Problem bei älteren Menschen, das sowohl Frauen als auch Männer betrifft. Diese Erkrankung kann das sexuelle Selbstbewusstsein und die Libido erheblich beeinträchtigen. Bei Frauen tritt Harninkontinenz häufig aufgrund von Veränderungen in den Beckenbodenmuskeln nach der Menopause auf. Bei Männern kann eine vergrößerte Prostata oder Prostataoperationen die Ursache sein.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, um dem entgegenzuwirken. So können unter anderem Beckenbodentraining, Medikamente und in einigen Fällen auch chirurgische Eingriffe dabei helfen, die Kontrolle über die Blase zu verbessern.

Gynäkologische Operationen und Krebsoperation

Gynäkologische Operationen, wie die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) und Krebsoperationen können ebenfalls die Libido und das sexuelle Wohlbefinden im Alter beeinträchtigen. Solche Eingriffe können zu anatomischen Veränderungen, Narbenbildung und einer Veränderung des Hormonhaushalts führen.

Diese physischen Veränderungen können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen und das sexuelle Verlangen mindern. Es ist wichtig, dass Patienten nach solchen Operationen eine umfassende Nachsorge erhalten, die auch die sexuelle Gesundheit berücksichtigt. Gespräche mit Fachärzten, Physiotherapeuten und Sexualtherapeuten können helfen, geeignete Strategien zu entwickeln, um die sexuelle Funktion und das Wohlbefinden zu fördern.

Psychologische Unterstützung kann ebenfalls hilfreich sein, um die emotionalen Auswirkungen solcher Eingriffe zu bewältigen und die sexuelle Intimität wiederherzustellen.

Fazit

Sex im Alter bleibt ein wichtiges Thema, das offen und ohne Scham angesprochen werden sollte. Eine umfassende Aufklärung über die verschiedenen Faktoren, die die Libido beeinflussen, kann dazu beitragen, dass ältere Menschen auch weiterhin ein erfülltes und befriedigendes Sexualleben führen können.

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